Vier Leute. Eine Woche. Vier Zeilen Text.
So sieht in vielen PR-Agenturen immer noch der ganz normale Alltag aus. Ein komplettes Team sitzt zusammen, ringt um Formulierungen, schiebt Halbsätze hin und her, diskutiert über ein Komma – und am Ende steht eine Boilerplate. Dieser kurze Absatz am Ende jeder Pressemitteilung, der in drei, vier Sätzen erklärt, wer das Unternehmen eigentlich ist.
Ich arbeite selbst in der PR. Ich habe diese Runden mitgemacht. Und irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, die sich in den meisten Meetings niemand laut zu stellen traut: Warum eigentlich so?
Der Aufwand passt nicht mehr zum Ergebnis
Eine Boilerplate ist kein Manifest. Sie ist ein Standardtext. Wichtig, ja – aber kein Werk, an dem ein halbes Team eine Arbeitswoche verbringen sollte.
Das Problem ist nicht die Boilerplate selbst. Das Problem ist der Reflex dahinter. Wir machen es so, weil wir es immer so gemacht haben. Wir setzen vier Leute an einen Text, weil „PR eben Teamarbeit ist“. Wir feilen tagelang, weil Feilen sich nach Sorgfalt anfühlt.
Aber Aufwand ist nicht dasselbe wie Qualität. Und Beschäftigung ist nicht dasselbe wie Wertschöpfung.
Wenn vier Menschen eine Woche für vier Zeilen brauchen, ist nicht der Text das Problem. Sondern der Prozess. — Mirko I Eliah GOGO
Was KI hier wirklich verändert
Genau diese Art von Aufgabe ist der Punkt, an dem KI nicht ersetzt, sondern befreit. Eine Boilerplate ist in Sekunden geschrieben. Nicht in einer fertigen, gedankenlosen Version – sondern in fünf, zehn, zwanzig Varianten, aus denen wir die stärkste auswählen.
Der Ablauf sieht dann so aus:
- Generieren statt grübeln: Die KI liefert mehrere Tonlagen und Längen, statt dass wir vor dem leeren Dokument sitzen.
- Auswählen statt verteidigen: Wir entscheiden mit Geschmack und Markenkenntnis, welche Version passt – statt jede Formulierung im Meeting zu rechtfertigen.
- Schärfen statt schreiben: Der Mensch korrigiert, kürzt, gibt den letzten Schliff. Einmal kurz drüber, und der Text sitzt.
Aus einer Woche werden zwanzig Minuten. Und die Qualität leidet nicht – sie steigt sogar, weil wir aus mehr Optionen das Beste herausholen, statt uns mit der erstbesten Fassung zufriedenzugeben.
Es geht nicht um die Boilerplate
Die Boilerplate ist nur das Symptom. Das eigentliche Thema ist größer.
In jeder Agentur, in jeder Marketingabteilung, in jedem Studio gibt es Abläufe, die niemand mehr hinterfragt. Tools, die seit Jahren benutzt werden, weil sie schon immer da waren. Prozesse, die existieren, weil sie in irgendeinem Onboarding-Dokument von 2018 stehen. Methoden, die staubig geworden sind, ohne dass es jemand bemerkt hat.
Die Frage ist nicht: „Wie machen wir das schon immer?“ Die Frage ist: „Würden wir das heute noch einmal genau so aufsetzen?“
Bei den meisten alten Abläufen lautet die ehrliche Antwort: Nein.
Neue Tools entdecken, alte ersetzen
Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss aufhören, Werkzeuge aus Gewohnheit zu benutzen. Es gibt heute für fast jeden Schritt im Kommunikationsprozess ein besseres, schnelleres, schärferes Werkzeug als noch vor zwei Jahren. Aber sie nützen nichts, wenn niemand sie ausprobiert.
Das bedeutet konkret:
- regelmäßig neue Tools testen, statt am Vertrauten festzuhalten
- repetitive Aufgaben automatisieren und die gewonnene Zeit in echtes Denken stecken
- den Menschen dort einsetzen, wo er unersetzlich ist: Urteilsvermögen, Strategie, Geschmack
- Prozesse danach bewerten, was sie bringen, nicht danach, wie lange es sie schon gibt
KI ist dabei kein Selbstzweck. Sie ist der Hebel, der die Zeit freiräumt, die wir für die Dinge brauchen, die wirklich zählen.
Was wir bei Eliah GOGO anders machen
Wir fragen bei jedem Projekt zuerst: Welcher Teil davon ist eigentlich Handwerk – und welcher Teil ist nur Aufwand aus Tradition?
Den Aufwand aus Tradition geben wir ab. An Werkzeuge, die ihn in Sekunden erledigen. Das Handwerk – die Idee, die Richtung, der letzte Schliff – bleibt beim Menschen. So entsteht bessere Arbeit in kürzerer Zeit, ohne dass irgendjemand sein Können verliert.
Das ist kein Zukunftsversprechen. Das ist die Art, wie heute gearbeitet werden kann.
Abschließender Gedanke
Niemand wird sich in fünf Jahren daran erinnern, wie viele Stunden in einer Boilerplate steckten. Aber alle werden merken, wer schneller, schärfer und mutiger gearbeitet hat.
Also: Scheiß auf Boilerplate. Und scheiß auf jeden Ablauf, der nur deshalb existiert, weil ihn nie jemand hinterfragt hat. Die Werkzeuge sind da. Es liegt an uns, sie zu benutzen.